Kommunalprogramm
Bewegtes Karlsruhe

Fahrscheinloser ÖPNV

Die Piraten Karlsruhe sind davon überzeugt, dass ein fahrscheinfreier öffentlicher Personennahverkehr nicht nur für die Gesellschaft und Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft langfristig einen Gewinn darstellt. Diese Maßnahme ermöglicht mehrere Ziele zugleich zu erreichen: Die Stadt als zusammenhängender Lebensraum wird aufgewertet, da in Ballungsräumen eine stärkere Nachfrage zu einem attraktiveren Angebot führen wird. Ebenfalls steigert der öffentliche Personennahverkehr zum „Nulltarif“ die Anziehungskraft unserer Stadt auf auswärtige Besucher.

Deshalb fordern wir eingehende Untersuchungen, wie das Modell eines fahrscheinlosen ÖPNV in Karlsruhe mittelfristig umgesetzt werden kann. Dabei soll sich an schon erfolgreich realisierten Projekten (z.B. in Talinn – Estland, Hasselt – Belgien) orientiert werden. Karlsruhe eignet sich dank seines schon guten Nahverkehrsnetzes sehr gut für ein Modellprojekt. Die Finanzierung soll über eine monatliche Abgabe auf Haushalte, Arbeitsstellen und Übernachtungen realisiert werden. Bedürftige wären von einer solchen Abgabe ausgenommen. Außerdem entstehen Einsparungen bei Fahrkartenverkauf, Schwarzfahrer-Verfolgung und der Straßeninfrastruktur.

Teilhabe durch kostenlose Nutzung des ÖPNV

Als kurzfristige Maßnahme fordern wir für Bedürftige Erwachsene und Kinder eine kostenlose Nutzung des ÖPNV. Um eine breite Teilhabe auch Benachteiligter in unserer Gesellschaft zu erreichen, ist es sehr wichtig, dass sie einen einfachen und kostenfreien Zugang zu Mobilität haben.

Park & Ride Parkplätze

Wir fordern den Ausbau von Park & Ride Parkplätzen und wollen, dass es dort möglich ist, besonders attraktive Nahverkehrs-Tickets zu erwerben, bis ein fahrscheinloser ÖPNV eingeführt wird. Dies kann zum Beispiel dazu beitragen, dass die Rheinbrücke entlastet wird.

24h-Karte und Kurzstreckenticket

Kurzfristig fordern wir die Wiedereinführung der echten 24h-Karte für Karlsruhe. Außerdem setzen wir uns für die Umgestaltung des Kurzstreckentickets zu einem attraktiven und überall benutzbaren Angebot ein.

Fahrkartenkauf

Um es Menschen einfacher zu machen, Fahrkarten zu kaufen, fordern wir eine Vereinheitlichung des Fahrkartenkaufs an Automaten sowie die Vergrößerung der Anzahl analoger Verkaufsstellen. Dies kann mit der Einführung eines Kiosksystems realisiert werden. Dabei sollen Einzelhändler in Karlsruhe und Umgebung ebenfalls Fahrkarten verkaufen können.

Videoüberwachung in Stadtbahnen

Die Piraten Karlsruhe fordern die unabhängige Überprüfung der Verhältnismäßigkeit der Videoüberwachung in Karlsruher Straßenbahnen und an Haltestellen. Außerdem wollen wir verhindern, dass Videoaufnahmen automatisiert ausgewertet und Menschen damit in ihrem Verhalten beeinflusst werden. Sie dürfen höchstens im Nachhinein aufgrund eines gemeldeten Vorfalles gesichtet werden. Die maximale Speicherdauer muss so kurz wie möglich sein, darf aber 3 Tage nicht überschreiten.

Förderung der Elektromobilität

Die Stadt soll zur Förderung der Elektromobilität möglichst viele Lademöglichkeiten an öffentlichen Parkplätzen sowie städtischen Parkhäusern schaffen.

Verkehrsplanung und neue Verkehrskonzepte

Beim Bau neuer Verkehrsinfrastruktur muss diese zuerst in unabhängigen Gutachten ihren Nutzen für das gesamte Karlsruher Verkehrsnetz unter Beweis stellen. Dieser ist zum Beispiel für die geplante zweite Rheinbrücke nicht nachgewiesen. Verkehrskonzepte sollen von Anfang an durch eine intensive Bürgerbeiteiligung begleitet werden, die den Bürgern ermöglicht sinnvolle Vorschläge einzubringen.

Um zukunftsweisende nachhaltige Verkehrskonzepte in Karlsruhe voranzubringen schlagen wir außerdem die Einrichtung einer Denkfabrik/Thinktank und eine enge Kooperation mit der Forschung vor.

Fahrradstadt Karlsruhe

Die Piraten unterstützen die Pläne der Stadt die Fahrradinfrastruktur weiter auszubauen und insbesondere zentrale Abstellplätze anzulegen. Wir fordern zusätzlich den Bau neuer Radschnellwege für Pendler aus umliegenden Gemeinden und Stadtteilen, da insbesondere mit dem Aufkommen von Elektrofahrrädern das Rad für Strecken von bis zu 20 km eine Alternative zum Auto darstellt.

An größeren Fahrradparkplätzen soll außerdem die Aufstellung von öffentlichen Luftpumpen geprüft werden.

Keine zweite Rheinbrücke nach Planung vom 18.02.2011

Die Piratenpartei Karlsruhe lehnt den Bau einer zweiten Rheinbrücke gemäß der Planung der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg vom 18. Feb. 2011 (PSP-Element-Nr: V.2220.B0010.N05.117.07; ca. 1,5 KM nördlich der bestehenden Brücke) mit Anbindung via Ölkreuz an die Südtangente/B10 ab.

Zweite Rheinquerung und Nordtangente

Die Piratenpartei Karlsruhe setzt sich für das Erarbeiten und Realisieren einer umweltschonenden und nachhaltigen Lösung für eine zweite Querung des Rheins in der Nähe von Karlsruhe und die Anbindung dieser Querung an die B36/A5/A8 auf Baden-Württembergischer und A65/B9/B10 auf Rheinland-Pfälzischer Seite ein. Dabei soll die Südtangente entlastet und die Belastung für die Bevölkerung z.B. durch geeignete Verkehrsleitung so gering wie möglich gehalten werden.

Dabei sollen insbesondere die älteren Planungen, die eine südlich der Stadt vorgesehene Verbindung der A5 mit der A65 vorsahen, in Betracht gezogen werden.