Diskussionskodex für Karlsruhe beschlossen

Online Kommunikation ist schwierig. Konflikte auf Mailinglisten oder Twitter eskalieren sehr viel leichter als im persönlichen Kontakt. Diese Erfahrung machen wir Piraten alle paar Tage aufs Neue, wenn einmal wieder jemand auf einer Mailingliste die Contenance verliert und zu Beleidigungen greift oder einfach nur frotzelt, was beim Gegenüber aber als persönliche Verletzung aufgenommen wird.

Gerade nach der Bundestagswahl eskalierte diese aggressive Kommunikation, da die Stimmung durch das schlechte Abschneiden schon sehr emotional war und man entweder manch Schuldigen ausgemacht hatte oder auf der anderen Seite es nicht mehr hören konnte, dass einzelne Piraten dafür verantwortlich gemacht wurden.

In dieser Zeit reifte bei den Karlsruhern Piraten der Wunsch nach einem Diskussionskodex. Ein Kodex, der grundlegende Verhaltensregeln in der Kommunikation aufstellt, zu denen man sich bekennt. Dazu gehören neben der Netiquette (sachlich bleiben, keine persönlichen Angriffe, …) vor allem auch die Vermeidung des vorschnellen Unterstellens von bösen Absichten, dem Gegenüber zu helfen sich zu verbessern, nicht nur zu mäkeln, und sich gegenseitig auf Fehlverhalten hinweisen.

In einer emotionalen Diskussion kann es leicht passieren über das Ziel hinauszuschießen und Argumente zu nutzen, die schon nichts mehr mit der Sache zu tun haben. Daher ist es uns wichtig hier als Gruppe aufzutreten und uns untereinander zu helfen. Jeder ist dazu aufgefordert, wo er die Regeln des Diskussionskodex verletzt sieht, die Person darauf hinzuweisen und ihr einen Verbesserungsvorschlag zu machen.

Die Chance dieses Diskussionskodex sehen wir darin, oft undurchdringlich wirkende Teufelskreise zu durchbrechen und auch auf die Kommunikationsweise der eigenen Gruppe zu achten. Das können die am Besten, die den Diskussionspartnern am nächsten stehen. Es geht darum auch bei konträren Meinungen heftig miteinander streiten zu können ohne dass sich jemand verletzt fühlt und so, dass man sich auch nach einer heftigen Auseinandersetzung in der Sache noch gegenseitig in die Augen schauen kann.

Wir haben diesen Diskussionskodex auf Kreisebene in einer KMV am 19.10.2013 verabschiedet, weil wir denken, dass er als Absichtserklärung möglichst direkt von der Basis diskutiert werden sollte. Dadurch erhoffen wir uns, dass sich die Mitglieder stark damit identifizieren können. Wir wollen dafür werben, dass auch andere Kreisverbände und Gruppen diesen Diskussionskodex beschließen und damit ein Zeichen für eine konstruktive Kommunikation setzen.

Zusätzlich zum Diskussionskodex haben wir einen sogenannten Quickguide verabschiedet, der den Inhalt kurz und knackig zusammenfasst:

  • Wir kritisieren um zu verbessern.
  • Wir kritisieren sachlich ohne Verallgemeinerung und Beleidigung.
  • Wir versuchen Positives zu entdecken und hervorzuheben.
  • Wir durchbrechen Teufelskreise durch eigenes Entgegenkommen.

Link zum Diskussionskodex im Wiki

Nur 2,2% für die Piraten bei der Bundestagswahl 2013

Wir sind enttäuscht, dass es bei dieser Bundestagswahl nicht für den Einzug in den Bundestag gereicht hat. Trotzdem ziehen wir ein positives Fazit aus dem Wahlkampf:

Im Straßenwahlkampf haben wir jeden Tag erlebt, dass die Menschen uns dank unseres breiten Wahlprogramms und unseren Kernthemen wieder ernst nehmen. Auch wenn es bei dieser Wahl nicht geklappt hat, spüren wir eine Änderung in der Wahrnehmung und ein verstärktes Interesse an unseren Themen„, so unser Direktkandidat der Piraten Karlsruhe, Martin Bartsch, der sich sehr über die von ihm erreichten 3,5% Erststimmen freut.

Danke an alle Karlsruher, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben, indem sie mich wählten. Auch den Piraten meines Kreisverbandes möchte ich für ihre überwältigende Unterstützung beim Wahlkampf danken.

Ebenso macht uns das vergleichsweise gute Abschneiden im Wahlkreis Karlsruhe Hoffnung: „Schon nächstes Jahr findet die Europa- und Kommunalwahl statt„, sagt Marcel Gültig, Vorsitzender des Kreisverbands Karlsruhe, „wenn wir die tollen 4,0%, die wir bei dieser Wahl in Karlsruhe erreicht haben, oder mehr auch bei der Kommunalwahl erreichen, dann können wir ab Mai 2014 im Gemeinderat für mehr Transparenz und Mitbestimmung sorgen.

Da bei der Europawahl nur eine 3-Prozent-Hürde gilt, rechnen wir uns auch gute Chancen auf einen Einzug ins Europaparlament aus.

Welche Bedeutung hat eigentlich die Erst- und Zweitstimme für die Piraten?

Manchen Bürgern ist leider nicht klar, wozu sie zwei Stimmen bei der Bundestagswahl haben. Dass das Wahlrecht in diesem Bereich vor kurzem geändert wurde, hat diese Situation nicht verbessert. Ich möchte deshalb hier kurz erläutern worum es dabei geht, und was das für uns PIRATEN bedeutet.

Mit der Erststimme kann man den Direktkandidaten seines Wahlkreises wählen. Deshalb stehen bei der Erststimme auch die Namen von Personen und nicht nur eine Parteibezeichnung.
Die Erststimme ist eine Top- oder Flop-Entscheidung. Nur der Kandidat mit den meisten Stimmen in seinem Wahlkreis zieht auf diesem Weg in den Bundestag ein. Die Stimmen der dahinter platzierten spielen für die weitere Betrachtung keine Rolle mehr. Deswegen geht der Löwenanteil der Direktmandate auch ausschließlich an die großen Volksparteien. Die Direktmandate machen aber nur etwa die Hälfte der Mitglieder des Bundestages aus.

Mit der Zweitstimme wählt man eine Partei. Die Zweitstimme legt die prozentuale Zusammensetzung des Bundestags fest. Dabei kann es aber passieren, dass eine Partei mehr Direktmandate erobert hat, als ihr prozentual Plätze zustehen. Durch eine relativ komplizierte Berechnung haben bisher die erzielten Direktmandate dann (in letzter Zeit meist zu Gunsten der CDU) die Zusammensetzung des Bundestages beeinflusst. Das hat sich mit der letzten Wahlrechtsreform geändert. Jetzt bestimmt praktisch nur noch die Zweitstimme die prozentuale Verteilung der Plätze im Bundestag. Mit der Erststimme wird eigentlich nur noch festgelegt welche Direktkandidaten einziehen und wie viele Plätze mit Listenkandidaten aufgefüllt werden.

Für die Piraten bedeutet das: wir brauchen möglichst viele Zweitstimmen, um die 5%-Hürde zu knacken und möglichst viele unserer Listenkandidaten nach Berlin schicken zu können. Die Wahrscheinlichkeit ein Direktmandat zu erobern ist, vorsichtig ausgedrückt, eher klein.
Trotzdem möchte ich dazu aufrufen, auch bei der Erststimme den Kandidaten zu unterstützen, der den eigenen politischen Vorstellungen am nächsten kommt. Durch taktisches Wählen fühlen sich ansonsten Kandidaten in ihren Positionen bestätigt, die gar nicht aus inhaltlichen Gründen gewählt wurden.

In diesem Sinne drücke ich uns und euch für den kommenden Sonntag die Daumen.

Wahlparty im Kühlen Krug

Wir haben für den Wahlabend am Sonntag, den 22. September ab 17:30 Uhr den Wintergarten im Kühlen Krug in Karlsruhe reserviert, um dort gemeinsam den Bundestagswahlkampf abzuschließen und die Prognosen, Hochrechnungen und Wahlergebnisse live zu verfolgen. Wir feiern unsere Wahlkampfleistung, die tollen Aktionen und vielen Stunden die wir am Rechner, bei Veranstaltungen und auf der Straße verbracht haben.

Es sind alle eingeladen die mit uns den Wahlkampfabschluss begehen wollen – Piraten aus Karlsruhe und Umgebung, aber natürlich auch alle Unterstützer und Sympathisanten. Der Kühle Krug ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und bietet ausreichend Parkplätze.

Bis Sonntag machen wir noch einmal richtig intensiven Wahlkampf mit täglichen Infoständen in der Waldstraße!

Piratenpartei Karlsruhe lädt zum »OpenShip« ein

Am Dienstag, dem 6. August, laden Kreisverbände der Piratenpartei in ganz Baden-Württemberg zu einem Tag der Offenen Tür der Piraten – dem so genannten »OpenShip« – ein. Alle Bürger erhalten bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit, sich über die Bundestagskandidaten und das Wahlprogramm der Piraten zu informieren.

»Für uns Piraten war es schon immer ein Ziel, möglichst viele Menschen an der Politik zu beteiligen. Diese Veranstaltung sehen wir als weitere Möglichkeit, Barrieren zwischen Politikern und Bürgern abzubauen und Politik aus erster Hand zu erleben«, sagt Martin Bartsch, Direktkandidat aus Karlsruhe.

Termin: Dienstag, 06. August 2013 ab 19.30 Uhr
Ort: Restaurant Walhalla
Augartenstraße 27, 76137 Karlsruhe
Mit Martin Bartsch (Direktkandidat im Wahlkreis Karlsruhe-Stadt) und Christian Schwarz (Kandidat auf Platz 5 der Landesliste)

OpenShip Banner

Neben der Vorstellung der Kandidaten zur Bundestagswahl werden auf den Treffen natürlich auch die Ereignisse der letzten Wochen rund um die Enthüllungen des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden zu PRISM, TEMPORA und anderen Überwachungsprogrammen der Geheimdienste thematisiert. Es wird ferner darauf eingegangen werden, was wir politisch und persönlich unternehmen können, um unsere Privatsphäre zu schützen. Auch Fragen zu anderen Programmpunkten aus dem umfangreichen Wahlprogramm der Piraten werden wir gerne beantworten. Natürlich werden wir auch die Eckpunkte unseres Programms erläutern und auf Detailfragen dazu eingehen.
Das »OpenShip« ist eine offene Veranstaltung ohne feste Tagesordnung und mit offenem Ende. Kommen und Gehen ist jederzeit möglich.

Auch im Umland werden am Dienstag offene Treffen unter dem Motto »OpenShip« stattfinden:

  • In Linkenheim-Hochstetten im »Sängerheim Waldblick« (Am Kirschendeich 5) ab 19:00 Uhr mit Sven Krohlas (Kandidat auf Platz 2 der Landesliste)
  • In Ettlingen im Restaurant »Kreuz« (Kronenstr. 1) ab 20:00 Uhr mit Christian Alkemper (Direktkandidat im Wahlkreis Karlsruhe-Land)

Wir freuen uns auf Dein Kommen!

Piratentreffen am 31. Juli

Am heutigen Mittwoch veranstalten wir einen Piratentreff mit festem Thema. Wir werden über das Thema Europapolitik sprechen.

Termin: Mittwoch, 31. Juli 2013 ab 20 Uhr
Ort: Restaurant Walhalla
Augartenstraße 27, 76137 Karlsruhe
Thema: Europapolitik
Zu Gast sein wird der Heidelberger Bundestagskandidat Stevan Cirkovic, Europa- und Außenpolitiker der Piratenpartei, der das Wahl­programm der Piraten zu diesem Thema vorstellt.

»Piraten denken europäisch. Wir sind gerade dabei mit der Pirate Party EU die erste europaweite Partei aufzubauen. Die europäische Einigung hat unseren Kontinent befriedet, ihm Freiheit und Wohlstand gebracht. Diese Errungenschaften zu verteidigen und die europäische Idee zu leben, heißt für uns, momentane Missstände zum Beispiel in der Asylpolitik oder beim Datenschutz zu bekämpfen. Auch wünschen wir uns mehr Solidarität in der Eurokrise«, so der leidenschaftliche Europäer.

Das Treffen in Karlsruhe ist öffentlich für Piraten, Sympathisanten und Gäste. Wir freuen uns über jeden Besucher. Also einfach vorbeischauen und daran teilnehmen. Politik zum Mitmachen und Anfassen.

Los geht es zum Thema ab 20 Uhr. In der Regel treffen sich schon ab 19 Uhr viele Teilnehmer im Lokal zu Speis und Trank.