Die Eindrücke des ExBongsExpress vom Bundesparteitag 13.1

Der Bundesparteitag 13.1 ist zu Ende und unser Bus fährt wieder Richtung Karlsruhe. Drei Tage mit großen GO-Schlachten (Geschäftsordnungsdebatten) liegen hinter uns. Es war eine anstrengende und erfolgreiche Veranstaltung, auch wenn der ehemalige Bezirksvorstandsvorsitzende Uwe ‘Ulan’ Lancier froh ist dass sie vorbei ist. „Ich bin zufrieden mit der Vielzahl an Ergebnissen.“, ist sein erstes, knappes Fazit.

Überhaupt ist die Stimmung im Bus gut. Besonders Marcel Gültig ist begeistert von seinem ersten Bundesparteitag. „Ich bin extrem überrascht, dass wir etwas so Geiles und Wegweisendes beschließen konnten!“ freut sich der frisch aufgerückte Kreisverbandsvorsitzende wie ein Schneekönig. Dabei bezieht er sich auf die angenommenen Anträge (SÄA003 & X011) als Grundlage zur Beschlussfassung zwischen Bundesparteitagen (SMV/RMV). Die Basismitglieder im Bus äußern angesichts der langen Debatten aber auch gemischte Gefühle. Hier liegt noch Arbeit vor uns. Einige Aufklärungsarbeit wird nötig sein, um Klarheit zu schaffen und die letztlich gefasste Beschlusslage zu vermitteln.

Die Tagesstrukturierung in Zeitblöcke für Programmabschnitte beurteilt Peter Laskowski, Politischer Geschäftsführer Baden-Württemberg, ausdrücklich positiv. Sie trug durch die Abstimmungsmöglichkeiten verschiedener Themenbereiche zum breit gefächerten Programm bei. „Dass durch die SMV-Diskussion die geplante Tagesordnung mehrfach verdrängt wurde, ist schade. Da jedoch bereits im Vorfeld online die Zustimmung zu den Programmpunkten abgefragt wurde, hatten wir mit viel Einsatz erstellte Sammelanträge. Das sorgte effizient für Beschlüsse in einem Abstimmungslauf.“ Dass es, statt den Sammelanträgen mit von uns favorisierten Inhalten, solche mit leicht abweichenden Ausprägungen ins Programm geschafft haben, dämpft unsere Begeisterung aber keineswegs.

Der leider nicht abgestimmte Antrag zu Inklusion wird Flying Spaghetti Monster sei Dank von den Bundestagskandidaten der Partei als persönliche Meinung vertreten.

Auf einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf mit einzigartigem Wahlprogramm freut sich Direktkandidat Martin Bartsch. „Ich bin begeistert diese Inhalte für Karlsruhe vertreten zu dürfen. Das beste und umfangreichste Wahlprogramm, das die Piratenpartei je beschlossen hat. Wir stellen Freiheit über falsche Versprechen von Sicherheit.“ Aktuell haben wir in vielen Bereichen, beispielsweise im Bereich Migration und Asyl, das fortschrittlichste Programm unter den deutschen Parteien.

„Ich als kraftausdrucksaffines Herdentier“, erklärt Sabine Sartore auf die Personalnachwahl angesprochen, „freue mich besonders über unsere neue politische Geschäftsführerin @kattascha (Katharina Nocun). Schon ihre Antrittserklärung überzeugt mich dass wir mit ihr, einer authentischen und motivationsfähigen Person, die Richtige für den Job gewählt haben. Wir werden das, in der Tat, wuppen!“

Stadtpiraten beschließen Kommunalprogramm

Auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Karlsruhe-Stadt haben die Piraten basierend auf den bereits auf der Gründungsversammlung beschlossenen Leitsätzen die ersten Punkte für ein Kommunalwahlprogramm ausgearbeitet.

Dieses dienen sowohl der Vorbereitung für die Gemeinderatswahlen (2014), aber auch um den anstehenden OB-Wahlkampf in Karlsruhe inhaltlich zu begleiten.

Auf weiteren Informationstreffen und Kreisparteitagen soll das Programm noch dieses Jahr weiter ausgebaut werden. Dazu zählen u. A. aus dem Themenbereich Verkehr der Standpunkt zu 2. Rheinbrücke und Nordumgehung sowie aus dem Bereich Sozialpolitik die Themen sozialer Wohnungsbau und Wohnsituation für Studenten. Interessierte die zu dem Thema sprechen möchten oder sich mit Fragen einbringen können dies über die Mailingliste der Stadtpiraten Karlsruhe tun.

Anbei die bereits beschlossenen Punkte:

Transparenter Haushalt

Der Haushaltsplan inklusive Stellenplan soll vor Beschluss durch den Gemeinderat veröffentlicht werden, damit Bürger die Diskussion begleiten können. Der Plan und der beschlossene Haushalt werden in offenen Formaten mit einer freien Lizenz und separat in einem maschinenlesbaren Format online zur Verfügung gestellt und archiviert.

Bürgerhaushalt

Wir befürworten die Einführung eines Bürgerhaushalts, durch den die Bewohner Karlsruhes aktiv direkten Einfluss auf einen Teil der Ausgaben der Stadt nehmen können.

Restriktiver Umgang mit Meldedaten

Privatpersonen, Firmen, Kirchen, Parteien und andere Einrichtungen fordern von Bürgerämtern Daten über Bürger ohne deren Einwilligung an, um diese zu privaten oder kommerziellen Zwecken zu verwenden. Eine Weitergabe von Informationen über Bürger ohne deren Wissen und Einwilligung lehnen wir ab.

Die Stadt Karlsruhe soll die Herausgabe von Meldedaten so restriktiv wie möglich handhaben, um dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung gerecht zu werden. Wir setzen uns für eine neue Regelung zur Datenweitergabe ein. Bei dieser soll grundsätzlich eine Zustimmung erforderlich sein. Bis dahin soll den Bürgern bei der Änderung Ihrer Meldedaten konkret der Widerspruch empfohlen werden.

Fahrscheinfreier ÖPNV

Die Piraten Karlsruhe sind davon überzeugt, dass ein fahrscheinfreier öffentlicher Personennahverkehr nicht nur für die Gesellschaft und Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft langfristig einen Gewinn darstellt. Diese Maßnahme ermöglicht mehrere Ziele zugleich zu erreichen: Die Stadt als zusammenhängender Lebensraum wird aufgewertet, da in Ballungsräumen eine stärkere Nachfrage zu einem attraktiveren Angebot führen wird. Ebenfalls steigert der öffentliche Personennahverkehr zum „Nulltarif“ die Anziehungskraft unserer Stadt auf auswärtige Besucher.

Wir sind für einen fahrscheinfreien ÖPNV in Karlsruhe. Dieser darf nicht mit einem kostenlosen Angebot verwechselt werden. Der fahrscheinfreie ÖPNV soll durch eine Umlage gemeinschaftsfinanziert werden.

Informationsfreiheitssatzung

Zugriff auf Informationen aus Politik und Verwaltung ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine verbesserte und zielgerichtete Beteiligung der Bürger an der Gestaltung der Gemeindepolitik.

Deswegen wollen die Piraten Karlsruhe die Einsetzung einer Informationsfreiheitssatzung in Karlsruhe, die allen Bewohnern der Stadt ein Recht auf schnellen und einfachen Zugriff auf Informationen aus dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung und den stadteigenen Betrieben gewährt. Informationen von öffentlichem Interesse sollen Verwaltung und stadteigene Betriebe schon von sich aus veröffentlichen.

Schützenswerte, personenbezogene Daten sollen dabei nicht herausgegeben werden. Die Verwaltung und die stadteigenen Betriebe sollen dazu angeregt werden, bei Ausschreibungen, beim Erstellen von Akten und Verträgen schützenswerte, personenbezogene Daten von Anfang an separat zu führen, so dass eine Veröffentlichung der Akten und Verträge einfach möglich ist.

Videoüberwachung

Die anlasslose und pauschale Videoüberwachung im öffentlichen Raum dient lediglich der gefühlten Sicherheit und dringt unverhältnismäßig in die Privatsphäre der Menschen ein.

Die Piraten Karlsruhe lehnen Videoüberwachung im öffentlichen Raum oder in öffentlichen Gebäuden ab. Kameras bieten Opfern keinen Schutz und tragen nicht zum Abbau sondern höchstens zur Verlagerung von Kriminalität bei. Die Kosten für die Installation und die Auswertung der Aufnahmen stehen in keiner Relation zum Nutzen. Eine Umorientierung hin zu effektiven Lösungen wie z.B. besserer Straßenbeleuchtung und mehr Polizeistreifen ist erforderlich.

Transparenz bei Entscheidungsprozessen

Mehr Transparenz darf nicht bei der Stadtverwaltung enden, sondern muss auch auf politische Entscheidungsprozesse ausgedehnt werden. Ein erster Schritt ist die Bereitstellung von audiovisuellen Aufzeichnungen der Sitzungen von Gemeinderatsgremien.

Die Aufzeichnungen und Protokolle sollen unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit und einfach durchsuchbar veröffentlicht werden.

Die Stuttgart-21 Volksabstimmung

Der Verbleib Badens im neu gegründeten Bundesland Baden-Württemberg wurde durch eine Volksabstimmung bestätigt. Das muss die Bevölkerung aus Baden und Württemberg so verstört haben, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Landesverfassung für weitere Volksbegehren und -abstimmungen denkbar schlecht sind :)

Spaß beiseite, das Thema ist ernst: Baden-Württemberg landet regelmäßig bei Rankings zu Volks- und Bürgerentscheiden auf den hinteren Plätzen. Die Möglichkeiten der direkten Demokratie zu stärken ist ein Anliegen der Piratenpartei Baden-Württemberg (Wahlprogrammpunkt).

Mit der am 27. November stattfindenden Abstimmung um den S21 Finanzierungsausstieg steht jetzt der erste Volksabstimmung gemäß Artikel 60 der Landesverfassung an. Leider sind die Voraussetzungen recht schlecht, da durch das extrem hohe Zustimmungsquorum eine besonders hohe Wahlbeteiligung notwendig ist. Die Piraten hoffen, dass die Bürgerschaft zeigt wie wichtig Ihr das Thema Mitbestimmung ist.

Die Parteimitglieder engagieren sich daher sehr im Vorfeld des Volksentscheids mit Aufklärungs- und Werbeaktionen. Dazu gehören eigene Infostände, eine 8-seitige Informationszeitung “Kaperbrief Südwest” (PDF 1.6MB) die in großer Auflage im Land kostenlos verteilt werden wird, sowie aktive Beteiligungen bei S21-Pro- und Contra-Veranstaltungen.

Plakat: Ja zum Ausstieg S21 Auftakt KarlsruheLandesweit unterstützen die Piraten Bündnisse, die das Ziel haben über den Volksentscheid zu informieren und dafür zu werben. Dazu gehört auch die Info-Offensive für Kopfbahnhof 21. Dabei ist es übrigens zu einem kleinen Missverständnis gekommen: die Piraten stehen dem bisherigen undurchsichtigen  Verlaufs des Projektes S21 sehr kritisch gegenüber und fordern mehr Bürgerbeteiligung sowie einen Volksentscheid. Das Ergebnis soll dabei nicht durch eine Pro- oder Contra- Positionierung vorweg genommen werden.

Das Engagement in der Karlsruher Info-Offensive hat leider dazu geführt, dass das Logo dir Piraten auf einigen “Ja für den Ausstieg” Plakaten in Karlsruhe abgedruckt war. Dies war so nicht offiziell beabsichtigt. Die Plakate der zweiten Welle tragen das Parteilogo auf Parteiwunsch entsprechend nicht mehr.

Aktuell bereiten die Piraten Karlsruhe mehrere Termine für Infostände in Karlsruhe vor. Diese werden wie gewohnt hier im Blog angekündigt.

Standpunkte

Foto: CC-BY Tobias M. Eckrich

Auf dieser Seite findest du die Kurzfassung unseres Wahlprogramms. Das vollständige Wahlprogramm zur Landtagswahl 2011 kannst du hier einsehen. Dort kannst du dir das Wahlprogramm auch als Hörbuch anhören.

1. Gegen Symbolpolitik: Bürgerrechte verteidigen und stärken – Freiheit sichern!

In den letzten Jahren wurden viele Bürgerrechte stark beschränkt. Dieser Trend muss umgekehrt werden! Wir brauchen wieder eine Stärkung der grundgesetzlich garantierten Bürger- und Menschenrechte in Deutschland. Insbesondere die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit müssen wieder aufgehoben werden.

Unter dem Eindruck von Terrorangst werden Sicherheitsgesetze erlassen, die keinen Gewinn an Sicherheit bringen. Wie Kameraüberwachung dient dies vorrangig dazu, eine “gefühlte Sicherheit” zu erreichen, schadet der Gesellschaft aber mehr als jeder Terroranschlag.

Zunehmend werden Bürgerrechte auch durch symbolische Politik eingeschränkt. Dazu zählt für uns das sinnlose Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und Supermärkten nach 22.00 Uhr oder die Forderung der CDU/FDP-Landesregierung nach einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Computerspielen.

2. Bürgerbeteiligung ist Bürgerrecht!

Die Bürger müssen wieder in die Politik eingebunden werden. Mitbestimmung darf dabei nicht auf Wahlen oder einzelne Volksabstimmungen beschränkt werden. Sie müssen direkt in politische Prozesse eingebunden sein, etwa durch die Möglichkeit sich per Petition direkt und ohne große Hürden an den Landtag zu wenden. Die Hürden für einen Volksentscheid wollen wir senken.
Die derzeitige Schlichtung zum Projekt Stuttgart 21 zeigt, wie eine frühzeitige Einbindung von Bürgern aussehen könnte.

3. Nur Transparenz ermöglicht Mitbestimmung!

Transparenz bei politischen Entscheidungen und behördlichen Vorgängen ist unabdingbar, damit die Bürger sich ehrlich und umfassend informieren können und wichtige Entscheidungen treffen können. Dafür brauchen wir neben einer Umgestaltung der politischen Prozesse endlich auch ein Informationsfreiheitsgesetz in unserem Land und eine Reform der Korruptionsgesetze. Insbesondere die Verknüpfungen zwischen Politik und Lobby müssen stärker durchleuchtet und veröffentlicht werden!

4. Freie Bildung – für alle!

Eine Demokratie – vor allem in einem Kulturland wie Deutschland – lebt davon, dass ihre Bürger gebildet sind. Bildung ist eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben. Der freie Zugang zu Bildungsmaßnahmen ist unabdingbar. Wir fordern daher den Ausbau kostenloser Kindergartenplätze, die Abschaffung der Studiengebühren und weiterer zugangsbeschränkender Maßnahmen. Die negativen Auswirkungen des Bologna-Prozesses wollen wir korrigieren.

Das Bildungssystem in Baden-Württemberg ruht sich auf vergangenen Erfolgen aus. Die in den vergangenen Jahren versäumten Reformen müssen dringend nachgeholt werden um eine qualitativ hochwertige Bildung für alle zu gewährleisten.

5. Bildung muss fair, demokratisch und familienfreundlich sein!

Daneben streben wir in Baden-Württemberg eine Reform der Bildungssysteme an. Bildung muss stärker auf das Individuum ausgerichtet werden. Dafür fordern wir beispielsweise die Möglichkeit, weitere Schulsysteme aufzubauen und ein integriertes Kurssystem an Schulen einzuführen. Das selektive Schulsystem bringt das Land nicht voran. Erforderlich ist eine bessere Förderung stärkerer und schwächerer Schüler statt des einheitlichen Durchschnittsunterrichts.

Gleichzeitig müssen die Bildungssysteme an die veränderten sozialen und beruflichen Bedingungen angepasst werden. Wir wollen daher eine flächendeckendes Angebot von Ganztagesschulen und den Aufbau einer freiwilligen Ganztagesbetreuung erreichen. Hochschulen wollen wir familienfreundlicher gestalten. Das Lernen von Medienkompetenz soll stärker in den Fokus rücken.

Die verfassten Studierendenschaften wollen wir wieder einführen, damit auch an Universitäten die demokratische Meinungsbildung nicht unnötig behindert wird.

6. Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung – Privatsphäre schützen, Meinungsfreiheit verteidigen!

Die Privatsphäre eines Menschen ist ein wichtiges Gut – wer das Gefühl hat, verfolgt oder überwacht zu werden, wird sein Verhalten gezwungenermaßen anpassen. Wir brauchen daher ein neues Landesdatenschutzgesetz und eine Stärkung der Datenschutzgesetze auf Bundesebene. Videoüberwachung und zentrale Datensammlungen wie die Vorratsdatenspeicherung oder ELENA lehnen wir ab.

7. Freiheit im Beruf – gegen Kammerzwang und Ausnutzung!

Freiheit und Demokratie beschränken sich nicht auf das Privatleben. Wir wollen daher auch die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in Kammern erreichen. Viele Zwangsmitglieder haben es mit Unbehagen verfolgt, dass sich die IHK im Namen ihrer Mitglieder für Stuttgart 21 ausgesprochen hat.

Leiharbeit, die häufig nicht nur als Einsparungs-Instrument genutzt wird, sondern auch, um den Einfluss von Betriebsräten und damit die innerbetriebliche Demokratie zu schwächen, wollen wir begrenzen. In die gleiche Kategorie fällt das derzeitige Ausnutzen von Praktika, um günstige Arbeitskräfte zu bekommen.

Auch Staatsdiener sollen das Recht haben, sich in ihrer Freizeit kulturell oder politisch zu betätigen. Derzeit sind disziplinarische Maßnahmen bei Missbilligung durch den Arbeitgeber durchaus häufig.

Wir setzen uns für eine Überprüfung und Offenlegung staatlicher Subventionen und für eine Stärkung des Verbraucherschutzes sowie des Beschäftigtendatenschutzes ein.

Wir möchten die Steuerprüfung verbessern, durch Aufstockung des Personals und Verlängerung der Prüfzeiten in Großbetrieben. Steuerhinterziehung kann häufig nicht aufgedeckt und somit geahndet werden, dem Land gehen dadurch Millionen verloren.

8. Für Nachhaltige Energie- und Umweltpolitik – denn Naturräume sind für alle da!

Das Recht auf eine intakte Umwelt und einen gemeinschaftlichen Zugriff auf Naturressourcen ist Teil der universellen Menschen- und Bürgerrechte. Um diese zu verwirklichen, kämpfen wir für den Ausbau des Umweltinformationsgesetzes und die Ausrichtung der Wirtschaft auf eine nachhaltige Ressourcennutzung.

In der Energiepolitik brauchen wir einen Wandel hin zu einer dezentralen, regenerativen und nachhaltigen Energieproduktion. Netzneutralität muss auch im Energiesektor gelten. Aus der Nutzung von Atomenergie wollen wir aussteigen. Die Einführung einer ehrlichen und umfassenden Kosten- und Risikobewertung von Energieformen ist zudem notwendig, um den Bürgern eine klare Entscheidungsbasis zu geben.

Tendenzen zur Privatisierung von Teilen der Landschaft und des öffentlichen Raumes in den Städten müssen gestoppt und rückgängig gemacht werden.

Für den Umweltschutz kann auch der öffentliche Personennahverkehr eine entscheidende Rolle spielen. Wir wollen daher in Modellprojekten evaluieren, ob ein kostenloser ÖPNV ein sinnvolles Zukunftsprojekt sein kann. Auch der Breitbandausbau gerade in ländlichen Gegenden kann helfen, durch die Möglichkeit des Arbeitens von zu Hause die Umwelt zu schonen.

9. Justiz und Verwaltung transparent, offen und bürgerfreundlich gestalten!

Neben der Politik muss auch die Justiz transparenter und demokratischer gestaltet werden. Dafür wollen wir die Staatsanwaltschaften unabhängig von politischem Einfluss machen und eine unabhängige Ermittlungsstelle aufbauen, die Vorwürfen gegen die Polizei neutral und schnell nachgehen kann. Die derzeit gängige Praxis, Angeklagte im Voraus medial zu verurteilen, möchten wir unterbinden.

Zudem wollen wir eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte einführen – diese muss pseudonymisiert erfolgen, so dass gleichzeitig die Persönlichkeitsrechte der Beamten gewahrt bleiben und Vorwürfe gegen Polizeibeamte aufgeklärt werden können.

Die Verwaltungen müssen transparenter und bürgerfreundlicher aufgestellt werden. Der
Ausbau der eGovernment-Angebote und eine Umstellung auf offene Software und offene Dateiformate sind hierfür gute erste Schritte.

10. Unabhängige Kultur und Medien fördern, vernetzen und demokratisieren!

Freie Radios, unabhängige Künstler, Clubkultur und Nachtleben: Kultur findet auch abseits der staatlichen Einrichtungen statt. Wir wollen uns dafür einsetzen, Kulturschaffende zusammenzubringen – nicht nur untereinander, sondern auch mit den geförderten Kunsthallen, Theatern und Opernhäusern. Für viele Kulturschaffende ist auch die Verfügbarkeit von Räumen wichtig. Hier wollen wir auch zentral gelegene Möglichkeiten schaffen.

Mit Sorge sehen wir die zunehmende inhaltliche und personelle Steuerung des Südwestrundfunks (SWR) wie des gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch Parteien und Konzerne. Dies gefährdet die Meinungsfreiheit.

Klarmachen zum Ändern!