Die Piraten Karlsruhe stehen heute, am 16. März 2013 mit einem Infostand in der Kaiserstraße in Karlsruhe. Ab 11 Uhr informieren wir vor der kleinen Kirche über die Piratenpartei und unsere Themen. Schwerpunkt ist heute der fahrscheinlose öffentliche Nahverkehr.
Mobilität ist die Grundlage für die Teilnahme an sozialem und kulturellem Leben. Um dies der ganzen Gesellschaft zu ermöglichen, setzt die Piratenpartei auf den umlagefinanzierten fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehr. Wir sind davon überzeugt, dass er nicht nur für die Gesellschaft und Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft langfristig einen Gewinn darstellt.
Der Öffentliche Nahverkehr wird derzeit schon zu einem großen Teil aus Steuermitteln subventioniert und finanziert sich nur zu einem vergleichsweise geringen Anteil aus Fahrscheinerlösen. Die Kosten für den ÖPNV beinhalten neben den Betriebskosten zahlreiche Positionen, die sich nur durch den Fahrscheinbetrieb ergeben: Fahrscheinverkauf, Fahrscheinkontrolle und die damit zusammenhängenden Verwaltungsausgaben. Diese entfallen durch einen fahrscheinlosen ÖPNV.
Das Konzept des fahrscheinlosen ÖPNV bietet Chancen in vielerlei Hinsicht:
Der Lebensraum wird durch verminderten Individualverkehr aufgewertet und die stärkere Nachfrage kann zu einem attraktiveren Nahverkehrsangebot führen. In ländlichen Gebieten wird eine verstärkte Nutzung des ÖPNV dazu führen, dass vormals schwach frequentierte Strecken wieder sinnvoll bedient werden können.
Auch für den Tourismus ist fahrscheinloser Nahverkehr ein eindeutiger Gewinn. Er steigert die Anziehungskraft unserer Städte auf auswärtige Besucher. Regionen können damit werben, dass Gäste sich hier innerhalb des Verkehrsnetzes frei bewegen können. Ein umständlicher Fahrscheinkauf, der vor allem für internationale Gäste meist mit Schwierigkeiten verbunden ist, entfällt.
Soziale Teilhabe hängt nicht zuletzt davon ab, wer Zugang zu öffentlicher Infrastruktur hat. Insbesondere für Geringverdiener fallen die Kosten für Mobilität ins Gewicht und führen dazu, dass die Beteiligungsmöglichkeit an der Gesellschaft eingeschränkt wird. Die Reichweite der mit städtischen Mitteln finanzierten Angebote wie z.B. Theater, Museen, Jugendzentren, Bildungs- und Sportangebote nimmt daher zu, mehr Menschen können es sich leisten diese zu nutzen.
In einigen Städten Europas, beispielsweise im estnischen Tallinn, sind ähnliche Konzepte bereits umgesetzt worden.
Die Piratenpartei fordert eine Prüfung der Machbarkeit. Mit Hilfe von drei großen Feldversuchen wollen wir feststellen, ob sich ein fahrscheinloser ÖPNV rechnet. Diese Untersuchungen sollen jeweils in einem Ballungszentrum, einem Mittelzentrum und einer Region des ländlichen Raumes in Baden-Württemberg wissenschaftlich begleitet durchgeführt werden.
Bei positiven Ergebnissen sollen die Modellversuche schrittweise ausgedehnt werden.